Ausverkauf des Ingenieurs stoppen

14.06.2012

Die Ingenieurkammer des Saarlandes fordert, das bestehende Qualifikationsniveau, das zum Führen der Berufsbezeichnung "Ingenieur" in Deutschland bisher erforderlich ist, nicht weiter zu untergraben.

Die Bestrebungen der Bundesregierung zur Öffnung des deutschen Marktes für Ingenieur-Dienstleister aus dem Ausland als Mittel zur Bekämpfung des bestehenden und zukünftigen Ingenieurmangels werden von Seiten der Ingenieurkammer des Saarlandes kritisch gesehen, da sie zum Teil in die falsche Richtung gehen. Als besonders bedenklich erachtet die Kammer die Gefahr der Absenkung der Anforderungen an die Berufsqualifikation des Ingenieurs.

"Dies ist der falsche Weg.", warnt Dr.-Ing. Frank Rogmann, Präsident der Ingenieurkammer des Saarlandes. Er betont: "Der Ingenieurmangel kann nicht dadurch bekämpft werden, dass das Qualifikationsniveau für das Führen der Berufsbezeichnung in Deutschland immer weiter abgesenkt wird, so dass der Personenkreis, der sich "Ingenieur" nennen darf, einfach immer größer wird." Vielmehr müsse in diesem Zusammenhang die öffentliche Sicherheit und Ordnung und der Verbraucherschutz im Vordergrund stehen. Ingenieurleistungen stecken in vielen sicherheitsrelevanten alltäglichen Situationen: angefangen bei der Steckdosen, über Kraftwerke, die Verkehrsführung, über Brücken und Häuser, bis hin zu Computern und Gewässern.

Problematisch ist hierbei, dass seit April diesen Jahres das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) in Kraft ist. Es gilt für bundesrechtlich geregelte Berufe und soll nun für landesrechtlich geregelte Berufe, wie den Ingenieur, in den einzelnen Bundesländern 1:1 umgesetzt werden. Das BQFG sieht irrigerweise die Möglichkeit vor, eine formale akademische Ausbildung weitgehend durch Berufserfahrung zu ersetzen. "Wie sollen Gefahren für Leib und Leben wirkungsvoll vermieden werden und Innovationen weiter gedeihen, wenn der notwendige Nährboden in Form einer weitreichenden Bildung genommen wird?", hinterfragt Rogmann kritisch.

 Nach Auffassung der Ingenieurkammer des Saarlandes bedeutet qualifizierte Ingenieurarbeit vor allem fundierte theoretischen und praktische Ausbildung der Igenieure. Um neue Ideen, fortschrittliche Techniken, clevere Lösungen udn größtmögliche Sicherheit zu garantieren, werden technische Eliten benötigt und keine Pseudo-Ingenieure.

Die Kammer möchte ihre Forderung nach einer qualitätsvollen Ingenieurausbildung nicht missverstanden wissen. "Selbstverständlich sind wir auf Zuwanderung angewiesen", betont Präsident Rogmann. Allerdings sei das Saarländische Ingenieurgesetz, das den Zugang zum Ingenieurberuf regelt, bereits heute so fortschrittlich, dass Drittstaatsangehörige in über 90 % der Fälle problemlos die Genehmigung zum Führen der Berufsbezeichnung Ingenieur erhalten. Weitere Abstriche bei der Qualität der Ingenieurausbildung seien daher auch nicht aus integrationspolitischer Sicht angezeigt.

Dateien
Pressemitteilung vom 14. Juni 2012


Ingenieurkammer des Saarlandes
Franz-Josef-Röder-Str. 9
66119 Saarbrücken

Tel. 0681/585313
Fax 0681/585390

info@ing-saarland.de

 

Schülerwettbewerb

 

Einheitlicher Ansprechpartner

 

Mitgliederbereich

Nummer

Kennwort

© Ingenieurkammer des Saarlandes 2017     Impressum  Sitemap  Home