Neubaugebiete sind keine Lösung

26.10.2017

Bautätigkeit und Baubedarf fallen im Saarland räumlich auseinander - wie eine Baubedarfsanalyse des IW Köln zeigt. Während es in Saarbrücken tendenziell an Wohnungen mangelt, werden in vielen ländlichen Regionen deutlich zu viele Einfamilienhäuser gebaut. Daher mahnt die Ingenieurkammer des Saarlandes im Rahmen ihres 4. meetINGs eine Fortschreibung des Landesentwicklungsplans im Saarland an.

„In vielen Landkreisen im Saarland ist in den vergangenen Jahren deutlich mehr gebaut worden, als nötig gewesen wäre“, zu diesem Schluss kommt Dr. Ralph Henger vom IW Köln in seinem Vortrag „Wohnungsmangel in den Städten, Leerstand auf dem dem Land“ anlässlich des 4. meetINGs der Ingenieurkammer des Saarlandes. Die Gründe dafür sind vielfältig: einerseits wirken sich die Niedrigzinsen stark aus, andererseits versuchen die Kommunen durch großzügige Ausweisung von Bauland neue Einwohner anzuziehen. Das Zusammenwirken dieser beiden Faktoren führe wiederum dazu, dass Neubauten gegenüber Altbauten bevorzugt werden, so dass neue Leerstände entstehen und Dorfzentren veröden.

Lösungsansätze gäbe es hierfür, wie z. B. ein Stopp bei der Ausweisung neuer Bauflächen oder Neubaugenehmigung nur zu erteilen, wenn gleichzeitig Leerstand abgebaut werde. „Das Ziel von Kommunen mit rückläufiger Bevölkerung muss darin bestehen, ihre Zentren durch unterschiedliche Maßnahmen attraktiver zu gestalten. Hier sind auch Bund und Land gefordert, diese Kommunen zu unterstützen.“

Der Präsident der Ingenieurkammer des Saarlandes, Dr.-Ing. Frank Rogmann, wies auch darauf hin, dass sich die demografische Perspektive im Zuge der starken Zuwanderung in den letzten Jahren verschoben habe – insgesamt wächst Deutschland und auch das Saarland wieder. Allerdings konzentriert sich die Entwicklung auf einige Ballungsräume.

„In vielen ländlichen Regionen wird die Bevölkerung weiter schrumpfen“, gibt Rogmann zu bedenken. „Daher bleibt die Vermeidung von Leerständen auf dem Land und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in den Städten eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung.“ Er mahnt deshalb dringend die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans für das Saarland an. Der aktuelle Landesentwicklungsplan stammt aus dem Jahr 2006 und ist an vielen Stellen, z. B. durch die aktuellen Zuwanderungszahlen oder die Digitalisierung der Gesellschaft, überholt.

Das meetING der Ingenieurkammer, das in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet, stellt eine Plattform für den persönlichen Austausch zwischen Ingenieuren, der Politik, den Hochschulen sowie der Wirtschaft und der Verwaltung dar. In den kommenden Jahren werden weitere aktuelle Ingenieurthemen im Mittelpunkt des meetING stehen. 


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