Naturgefahren im Saarland: Vorsorgen und Versichern

19.11.2013

Gemeinsame Informationskampagne von Umweltministerium, Ingenieurkammer und anderen Akteuren

Hochwasser ist ein Naturereignis, mit dem immer gerechnet werden muss. Hundertprozentiger Schutz vor Überflutung gibt es nicht. Dass die Wassermassen schnell zur persönlichen Katastrophe werde können, haben uns die Hochwasserereignisse des Sommers erneut vor Augen geführt. Vor diesem Hintergrund ist Vorsorge besonders wichtig. Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz engagiert sich seit geraumer Zeit für nachhaltigen vorsorgenden Hochwasserschutz. Im Rahmen seiner Strategie zum Hochwasserrisikomanagement hat das Ministerium jetzt gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft, der Verbraucherzentrale, der Ingenieur- und Architektenkammer eine Informationskampagne gestartet, die über mögliche Vorsorgemaßnahmen aufklären will.

"Die Ereignisse in der Vergangenheit zeigen, dass technischer Hochwasserschutz seine Grenze hat. Deshalb beschäftigen wir uns im Saarland bereits seit Jahren intensiv mit allen Möglichkeiten einer umfassenden Hochwasservorsorge", so der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Roland Krämer, bei der Vorstellung der Kampagne. So seien im ganzen Land Hochwasserpatenschaften gegründet worden. Hier wurden in Workshops alle Aspekte der Vorsorge mit den Gemeinden diskutiert und Maßnahmen beschlossen, die in den so genannten Risikomanagementplan des Landes einfließen, so Krämer. "Auch die von uns erstellten Gefahren- und Risikokarten sind Teil dieser Strategie. Sie sollen den Betroffenen helfen, ihre Gefährdung durch Hochwasser zu erkennen."

Innerhalb der Hochwasservorsorge eröffnet bereits die bauliche Vorsorge durch hochwasserangepasstes Planen, Bauen und Sanieren die Möglichkeit, mit einer angepassten Bauweise und Ausrüstung der Gebäude das Hochwasserrisiko ganz zu verhindern und zumindest deutlich zu vermindern. "Die Experten der Ingenieurkammer ermitteln die potenzielle Gefährdung und machen dann eine Bestandsaufnahme", führt Dr.-Ing. Frank Rogmann, Präsident der Ingenieurkammer des Saarlandes, aus. Dabei gehe es um Fragen der Erdrutschgefährdung, der Entwässerung oder der Rückstausicherung. Entsprechend fachkundige Ingenieure können bei der Ingenieurkammer des Saarlandes angefragt werden.

Der Abschluss von Versicherungen ist ein weiterer Baustein der Vorsorge, mit dem das finanzielle Risiko für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger gesenkt werden kann. "Stürme, Hagelzüge und Hochwasserereignisse der letzten Monate haben wieder einmal gezeigt, welche Milliardenschäden Naturgefahren mitten in Deutschland verursachen", sagt Dr. Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Umso wichtiger ist es, die Menschen gezielt vorab auf die regionalen Gefahren aufmerksam zu machen. "Wenn wir wissen, dass Schäden durch Naturgefahren zunehmen, müssen wir handeln - und zwar heute." Genau hier setzt die Initiative an. Dabei geht es nicht nur um Maßnahmen zur Schadensverhütung, sondern auch um Versicherungsschutz. "Obwohl 99 Prozent aller Gebäude problemlos gegen Hochwasser und Starkregen versicherbar sind, haben nur 12 Prozent der Saarländer eine Elemetarschadenpolice abgeschlossen", so Gause.

Kärmer: "Andere Staaten haben zu diesem Zweck Pflichtversicherungen eingeführt. Eine Option, die sich hierzulande bisher nicht durchgesetzt hat und weiter diskutiert wird. Wir in Deutschland bemühen uns, sinnvolle Angebote zu machen und die Betroffenen umfassend aufzuklären, so dass auch jeder die Möglichkeit hat, sich zu versichern. Dies tun wir jetzt auch im Saarland mit dieser Informationskampagne."

Die Verbraucherzentrale beteiligt sich an dieser Kampagne mit Informationen über geeignete und günstige Elementarschadenversicherungen. "Wichtig ist uns dabei, dass jeder am Abschluss einer solchen Versicherung interessierte Verbraucher ein annehmbares Angebot findet, andernfalls würden wir eine freiwillige Selbstverpflichtung der Versicherungswirtschaft einfordern", so Jürgen Zimper, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Saarland.

Weitere Informationen zur Informationskampagne sind auf den Internetseiten des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.


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