Preisträger stehen fest!

30.11.2015

Der von der Ingenieurkammer des Saarlandes ausgelobte Ideenwettbewerb zur Folgenutzung des Hammerkopf des „Hammerkopf-Förderturm Camphausen“ ist entschieden. Eine Saarbrücker Arbeitsgemeinschaft von Architekten und Ingenieuren hat sich mit ihrem kreativen Konzept zur Folgenutzung durchgesetzt.

© Becker & Bredel

Mit der Wahl der Preisträger ist der Ideenwettbewerb zur Folgenutzung des Hammerkopf-Förderturms Camphausen erfolgreich abschlossen worden. In einem einstimmig gefassten Beschluss hat das Preisgericht unter Vorsitz von Dipl.-Ing. Rolf Höhmann, Sprecher der Arbeitsgruppe „Denkmale der Industrie und Technik“ von ICOMOS Deutschland, heute die geeignetsten Entwürfe mit Preisen ausgezeichnet.

Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt die Arbeitsgemeinschaft von Prof. Burkhard Detzler, Prof. Andreas Brandolini und Dipl.-Ing. Gerhard Ospelt aus Saarbrücken. Sie überzeugte die Jury mit einem Konzept, das eine Inszenierung des Baudenkmals als Landmarke im Sinne der Erlebniskultur vorsieht. Das Preisgericht war sich einig, dass der Entwurf ein schlüssiges und flexibles Gesamtkonzept für die Erschließung und Nutzung liefert. Gleichzeitig wird die Erschließung durch spezielle akustische und optische Inszenierungen in Aufzug und Treppe zum Erlebnis. Durch geringe Eingriffe und Investitionen wird dennoch ein hoher Effekt erzielt.

Anstelle eines 2. Platzes wurde der 3. Platz (Dotierung je 5.000 Euro) gleich zweimal vergeben: an das bureau d'architecture WeB aus Grevenmacher (Luxemburg)- (Mitwirkende am Wettbewerb: Jean-Claude Welter, Laury Merch und Dina Paulus)  sowie an Prof. Dr. Jens Guthoff aus Dortmund. Beide Entwürfe verbinden mit klugen Konzepten das Umfeld mit dem Bauwerk. Sie zeigen unterschiedliche Nutzungsoptionen und sind mit dem ersten Preis gut kombinierbar. Der Entwurf der luxemburgischen Arbeitsgemeinschaft zeichnet sich durch eine flexible und anpassbare, dem Standort angemessene Nutzung des Umfeldes aus. Das Konzept der mobilen Nutzungsboxen kann sich fortschreitend entwickeln, und bietet Raum für eine ökonomische Nutzung z. B im Rahmen der Kreativwirtschaft. Der Kletterpark von Prof. Guthoff lässt sich schlüssig in das großräumigere Konzept des Regionalparks mit der Halde Lydia, dem Haldenrundweg und der Mountainbike-Halde einbinden. Er eignet sich auch als Zwischennutzung, da Investitionen und Eingriffe überschaubar bleiben. Der Kletterpark erzielt mit wenigen Eingriffen gleichzeitig eine hohe Aufmerksamkeit.

Darüberhinaus wurden zwei Ankäufe getätigt: einmal für das Konzept von Javier Fernández aus Berlin und zum anderen für die Arbeit von Andreas Kreft aus München. Die beiden Entwürfe bieten interessante Gestaltungs- und Nutzungsideen, die im Gesamtkontext der Landmarke weiterentwickelt werden könnten, wenngleich sie in vielen anderen Aspekten kritisch zu beurteilen sind.

„Die 13 teilnehmenden Ingenieure, Stadtplaner und Architekten haben bei ihren Konzepten nicht nur ihre Kreativität sondern auch ihren wirtschaftlichen Sachverstand eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, lobt Dr.-Ing. Frank Rogmann, Präsident der Ingenieurkammer des Saarlandes und Sachpreisrichter, die Qualität der eingereichten Arbeiten.

Der Ideenwettbewerb wurde vom saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, der Gemeinde Quierschied und der RAG Montan Immobilien GmbH unterstützt, die das gemeinsame Interesse haben, den ehemaligen Bergbaustandort in Camphausen zukunftsfähig zu entwickeln.

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Quierschied, Karin Lawall, dankte allen Teilnehmern für ihre Beiträge: „Das Konzept „Landmarke Camphausen“ hat am meisten überzeugt. Aber auch die anderen Arbeiten geben uns gute Ideen für eine attraktive und wirtschaftlich tragfähige Folgenutzung an die Hand. Nun muss alles daran gesetzt werden, ein Konzept zu realisieren, damit der Hammerkopf-Turm bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und als Wahrzeichen Saarländischer Ingenieurbaukunst erhalten bleiben kann.“

Alle Wettbewerbsarbeiten werden vom 27. November bis einschließlich 04. Dezember 2015 im Nebenzimmer der Fischbachhalle (Quierschieder Straße 80, 66287 Quierschied-Fischbach) öffentlich ausgestellt.

Der Hammerkopf-Förderturm gilt als prägnantes Beispiel für die saarländische Bergbaukultur. Auch die Bundesingenieurkammer trägt diesem imposanten Zeugnis deutscher Ingenieurkunst formal Rechnung – im Frühjahr 2016 wird der Hammerkopf-Turm als herausragendes historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst ausgezeichnet.

 

Protokoll der Preisgerichtssitzung

 

Hintergrundinformation:

Preisgericht
Das Preisgericht setzte sich aus den folgenden Fach- und Sachpreisrichtern zusammen:

Fachpreisrichter:

Sachpreisrichter:

Art des Verfahrens:
Der Wettbewerb wurde als offener Planungswettbewerb ausgelobt. Er zielte als Ideenwettbewerb auf die Vielfalt von Lösungsvorschlägen. Es handelte sich um einen reinen Ideenwettbewerb. Eine Nachnutzung und Entwicklung des Standortes ist zwar planerisch vorgesehen. Da derzeit (noch) nicht  die passenden Bedingungen für die Etablierung einer Folgenutzung bestehen, ist die Realisierung der Maßnahmen und eine damit verbundene weitere Beauftragung derzeit noch nicht absehbar. 

 

 


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